Tamara Kirstätter - Life-Coaching

Diese ominösen Steuerklassen!

Aus aktuellem Anlass bei einem meiner Kunden dachte ich...dazu könnte ein Blogpost auch ganz nützlich sein...denn die meisten Menschen scheinen gar nicht zu wissen, wozu die verschiedenen Steuerklassen da sind

Zunächst muss ich mal mit einem Mythos aufräumen...

Die Steuerklasse hat rein gar nichts mit

mehr oder weniger Steuern zahlen zu tun

sie ist lediglich zur Berechnung der Vorauszahlung in Form des Lohnsteuerabzugs bei Angestellten/Arbeitnehmern da...

um das nochmal deutlich zu sagen...wer Steuerklasse 1 hat zahlt nicht mehr Steuern als jemand mit Steuerklasse 3...er hat nur einen höheren Abzug vom monatlichen Gehalt...er leistet also eine höhere Vorauszahlung auf seine jährlich fällige Einkommensteuer.

Die (Einkommen-)steuerlast berechnet sich ausschließlich nach dem Jahreseinkommen und den Freibeträgen (z.B. Kinder)...dazu gibt es eine Grundtabelle (einfach mal googeln)...für Ehepaare die gemeinsam steuerlich veranlagt werden gibt es eine Splittingtabelle...denn die haben tatsächlich einen Steuervorteil...

Ehepaare können wählen zwischen den Steuerklassen 3+5 oder 4+4...

3+5 bedeutet...der Partner mit StKl. 3 zahlt weniger Lohnsteuer als der mit StKl. 5...diese Kombi wird oft gewählt, wenn der Unterschied zwischen beiden Einkommen groß ist...Unabhängig von den jeweiligen Vorauszahlungen werden beide Einkommen in der Steuererklärung zusammengerechnet...absetzbare Kosten und Freibeträge abgezogen und das zu versteuernde Einkommen halbiert (gesplittet)...darauf wird die Steuerlast berechnet und die Vorauszahlungen abgezogen...falls dann noch was übrig bleibt muss nachgezahlt werden..oder es gibt eventuell was zurück. So die etwas vereinfachte Version!

Bei dieser Steuerklassen-Kombination sollten Ehepaare sich unbedingt gemeinsam veranlagen lassen, denn eine auch wählbare Einzelveranlagung wäre fatal für den Mehrverdiener..da er nur in der Kombi mit dem Partner und seiner Vorauszahlung ausreichende Vorauszahlungen leistet...bei StKl 3 hat er viel zu wenig Lohnsteuerabzug und muss garantiert eine größere Summe nachzahlen...während der Partner mit StKl 5 bei einer Einzelveranlagung garantiert eine Rückzahlung erhält, weil er für seinen geringen Verdienst eine viel zu hohe Vorauszahlung geleistet hat...Also Vorsicht bei Trennungen/Scheidungen...das kann teuer werden...wenn man sich hier nicht einig ist.

Ich hoffe ich konnte das einigermaßen verständlich machen...vielleicht wiederhole ich das nochmal...die Steuerklasse regelt lediglich die Steuervorauszahlung durch den Lohnsteuerabzug bei Arbeitnehmern! Die Steuerlast berechnet sich nach dem Jahreseinkommen!

Eine Kombi gibt's da noch, die ich natürlich erwähnen muss....wenn ein Partner Arbeitnehmer ist und der andere selbstständig.

Meist wird hier für den Lohnsteuerzahler die Steuerklasse 3 gewählt, da der Unternehmer keine mehr hat (und damit auch nicht automatisch eine Vorauszahlung leistet!!)

Das ist theoretisch eine gute Wahl, aber man sollte die Gewinne der Firma im Auge behalten und gelegentlich mal den Einkommensteuer-Rechner im Internet durchrechnen lassen, was am Ende des Jahren auf sie zukommen könnte....denn der Firmengewinn wird auf das Einkommen des angestellten Partners drauf gerechnet und dann gesplittet...und darauf die Steuer berechnet...das kann bei hohen Gewinnen schon mal eine schöne Stange Geld sein und die meisten sind dann völlig überfordert, wenn der Steuerbescheid kommt und schimpfen natürlich auf den bösen Staat und den Teufel Finanzamt...

Das ist zum Beispiel ein Grund, warum ich Buchhaltung für sooooo wichtig erachte...behaltet eure Zahlen im Auge...und nutzt die kostenlosen Steuerrechner im Internet...für einen groben ersten Überblick reichen die völlig aus...aber um die mit den richtigen Daten füttern zu können muss man seine Zahlen kennen....oder ne gute Buchhalterin haben...;-)