Tamara Kirstätter - Life-Coaching

Unabhängigkeit in Zeiten totaler Abhängigkeit

Heute morgen beim Hundespaziergang dachte ich...ich könnte mal wieder einen Blogbeitrag verfassen...aber worüber? Es passiert so viel und im Grunde passiert doch wenig, denn die Welt dreht sich derzeit um einen mikroskopisch kleinen Virus, der den Menschen (die Krone der Schöpfung) als Geisel hält.

Naja....eigentlich ist es der Mensch, der sich selbst Stubenarrest verordnet, um einem Krankheitserreger nicht ausgesetzt zu werden, der mit Händewaschen, Mund- und Nasenschutzmasken und Abstand angeblich mühelos in den Griff zu kriegen ist...hm...hab nur ich da einen Knick in der Logik?

Also im Grunde wird Panik verbreitet, Panik macht Menschen dumm und hilflos....dann kommen von oben ein paar Regeln heruntergepraddelt und alles richtet sich danach, ohne groß nachzudenken oder noch besser ...ohne zu hinterfragen. Denn wenn ich mir die ganzen "Expertenmeinungen" so anhöre...gibt es keine Experten...wie immer ist es so, dass systemkonforme Virologen aussagen, was die Obrigkeit hören will und die anderen werden gar nicht erwähnt und müssen sich im Internet als Verschwörungstheoretiker beschimpfen lassen.

An was erinnert mich das bloß? Und warum wollen mir die Worte PROPAGANDA und TOTALE KONTROLLE nicht mehr aus dem Kopf?

Aber das sollte eigentlich gar nicht das Thema werden.

Was mir in dieser staatlich verordneten Hausarrest-Zeit am Meisten auffällt ist, wie wenig sich Menschen offensichtlich mit sich selbst beschäftigen können. Anscheinend brauchen sie ständig irgendwelche anderen Menschen um sich herum, die sie von der Langeweile in ihrem Leben ablenken. Ich habe mich schon immer gewundert, warum Manche einen so vollen "Terminkalender" haben, obwohl sie Privatpersonen sind....aber jetzt wird klar...sie haben keine Ahnung was sie mit sich anfangen sollen, wenn niemand um sie herum schwirrt.

Da bis vor ein paar Tagen nur "systemrelevante" Geschäfte geöffnet hatten sah ich deutlich den Mangel an Selbstinitiative und Vorstellungskraft. Da wurden Leute bei Facebook aktiv, die früher höchstens einmal im Monat was geschrieben haben und zwar um anderen etwas mitzuteilen, und plötzlich zu Verbreitern von Kettenbriefen und irgendwelchen Spielen...das ist gruselig.

Bei Einigen liest man täglich Sprüche über die Verwahrlosung im Homeoffice oder die Langeweile zu Hause. Wie bitte?

Entschuldigung...ABER...WIE BITTE KANN MAN SICH IM JAHR 2020 ZU HAUSE LANGWEILEN?

Es gibt Streamingdienste, E-Books...normale Bücher...Internet ...und euch ist langweilig?

Menschen sind nicht gewohnt, sich außerhalb ihrer Comfortzone zu bewegen...sie machen es sich gemütlich in ihrer kleinen Seifenblase der alltäglichen Abläufe und wehe, da reißt sie jemand raus...dann geht das Licht aus und sie vegetieren nur noch dahin...ohne Sinn und Verstand...wie peinlich!

Überlegt euch mal, wie ein solcher Lockdown 1984 gewesen wäre...mal abgesehen davon, dass viele es gar nicht mitgekriegt hätten, weil die Berichterstattung nur über die Tagesschau um 20:00 Uhr erfolgt wäre und die hab ich damals schon nicht geschaut, weil der nachfolgende Film ja erst 20:15 Uhr anfing...und dann war ich da! Was hättet ihr gemacht? Es hätte nur 3 TV Kanäle gegeben (wobei ..ich überlege...ich glaube wir hatten da schon Kabelfernsehen) aber dennoch...Computerspiele? ja ich hätte mit meinem Vater Pac-Man gespielt ..auf dem Atari...unser Bücherregal war gelinde gesagt nicht so gut bestückt und telefonieren kostete noch richtig Geld.

So...das Bild habt ihr jetzt erst mal im Kopf...aber auch darauf wollte ich eigentlich gar nicht raus...ist euch klar wie abhängig die meisten Menschen von den Dienstleistungen anderer sind?

Ich sage nicht, dass das schlecht ist...nur macht es euch doch mal bewusst.

Da wird gejammert, dass man nicht zum Friseur, Mani- und Pediküre, Waxing, Fitness, Yoga, Massage und was weiß ich noch alles darf.

MIR fällt das gar nicht auf...meine Haare schneide und färbe ich seit Jahren selbst (okay...bei langen Haaren ist das einfacher!), Finger und Fußnägel schneiden schaffe ich auch allein, Haarentfernung-wo bitte ist das Problem, das geht wohl auch mühelos allein, Fitness- ich hab alles dafür zu Hause,  Yoga- dafür braucht man nur ne Matte-hab ich, Massage-brauch ich nicht ...ja ich weiß ich spreche nur von mir...und ich weiß auch, dass es Menschen gibt, die einiges davon aus gesundheitlichen Gründen bzw. eingeschränkter Bewegungsfreiheit nicht selbst machen können, die sind natürlich von meinen Überlegungen ausgenommen. Aber alle Anderen...haben sich so sehr an diesen Luxus gewöhnt, dass sie es nicht mal mehr als Luxus erkennen...und wenn sie das auf einmal alles nicht mehr machen können, kommt es auf Plattformen wie Instagram zu schauerlichen Videos der Selbstverstümmelung...da werden Haare vom Partner geschnitten, künstliche Fingernägel unkontrolliert heruntergefeilt und der Zustand der Verwahrlosung zum Witz erklärt.

Und ich bin völlig fassungslos....was soll das?

Ich arbeite seit über 10 Jahren im Homeoffice...seit einiger Zeit beschränke ich mich sowieso nur auf das Nötigste, weil ich mein Geld lieber investiere als sinnlos auszugeben...ich bilde mich weiter, was den größten Teil meiner Freizeit einnimmt...und ..ich gebe es zu...ich bin ein Film- und Fernsehfreak...ja ich schaue gern TV...die Zustände einiger Menschen derzeit habe ich nie erreicht...das grenzt ja an Selbstaufgabe...ich verstehe es nicht..aber gut...muss ja auch nicht sein.

Um auf die Überschrift des Beitrages zurück zu kommen.

Ganz ehrlich gesagt, hatte der Lockdown auf mich so gut wie keinen Einfluss, außer dass ich zum ersten Mal in meinem jetzt fast 50jährigen Leben leere Klopapier-Regale gesehen habe.

Ich arbeite wie immer (habe sogar Kunden hinzugewonnen!), ich gehe mit meinem Hund spazieren wie immer, ich kann einkaufen wie immer und lernen wie immer...das nenne ich Unabhängigkeit...noch mehr ginge nur in einer einsamen Waldhütte und das Essen selbst erlegen oder sammeln!

Aber jetzt wurden ja einige Geschäfte wieder geöffnet und wieder bin ich ein klein wenig entsetzt....ich wohne am größten Fachmarktzentrum Deutschlands  und kaum war der Tag der Öffnung gekommen, strömte eine unkontrollierte Blechkaravane in unser Industriegebiet als wäre es lebenswichtig JETZT neue Schuhe, Klamotten oder sonstwas einzukaufen. Als hätten sie auf ihrem Kurzarbeitergeld so lange gesessen, dass es ihnen jetzt ein Loch in den Geldbeutel brennt....und ...sorry...nein...ich verstehe es nicht.

Auf der einen Seite wird gejammert, dass man durch das Kurzarbeitergeld ja jetzt noch weniger verdient, als ohnehin schon...aber auf der anderen Seite wird es unkontrolliert rausgeschmissen, für Dinge die man eigentlich nicht braucht.

Wie viele haben jetzt gemerkt, welche Kosten sie monatlich an der Backe haben und wie schwierig die zu bezahlen sind, wenn sie auch nur 100€ weniger verdienen? Die Leasingrate fürs Auto, die Rate fürs Haus, die Raten für anderen Schnickschnack...oder Miete und Strom ...wie viele haben jetzt entdeckt, dass sie eigentlich über ihre Verhältnisse leben? Wie viele haben bemerkt, dass sie für Notfälle nichts auf der Kante haben?...ich wette Einige...und bei wie vielen wird das ein Umdenken bewirken...ich wette bei ganz Wenigen...und das finde ich traurig.

Es muss nicht jeder so denken oder leben wie ich, ich bin kein Guru der ja-sagende Jünger sucht...ich fände es schon gut, wenn Menschen über ihr Handeln nachdenken würden, bevor sie handeln...das wäre in vielen Fällen schon ein enormer Fortschritt.